Energie

Solarpotenzial auf Dächern und wie Wohnungen geheizt werden

Eine Gemeinde lässt sich über ihre Dächer und über ihre Heizungen betrachten. Das Solarpotenzial auf Dächern zeigt, was die Dächer produzieren könnten, die installierte Photovoltaikleistung zeigt, was tatsächlich gebaut wurde, und der Mix der Heizsysteme zeigt, wie die darunterliegenden Gebäude beheizt werden. Diese Analyse stellt die drei für Städte, Dörfer und Alpentäler nebeneinander und zeigt, dass Potenzial und Leistung nur teilweise miteinander einhergehen.

Viele Dächer, wenige Einwohner

Der Indikator des Solarpotenzials auf Dächern schätzt, wie viel Strom die Dächer einer Gemeinde in einem Jahr erzeugen könnten. Geteilt durch die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner zeigt er, wie viel Dachfläche auf jede Person entfällt. Montagny-près-Yverdon hat mit 40’810 kWh/Einw. das höchste Potenzial pro Einwohner, gefolgt von Ried bei Kerzers mit 39’502 kWh/Einw., während der Median aller Gemeinden bei 9’356 kWh/Einw. liegt, weit unter beiden.

In absoluten Zahlen führen die grössten Städte die Rangliste an. Zürich könnte 1’133 GWh/Jahr erzeugen, Bern 561.0 GWh/Jahr und Basel 545.6 GWh/Jahr, einfach weil sie so viele Dächer haben. Auf die Einwohnerzahl verteilt, bringen dieselben Dächer wenig: Bern kommt auf nur 4’049 kWh/Einw. pro Einwohner.

Am Ende der Rangliste stehen vor allem dicht besiedelte städtische Gemeinden. Genf kommt nur auf 1’990 kWh/Einw., Zürich auf 2’571 kWh/Einw. und Basel auf 3’030 kWh/Einw., jeweils deutlich unter dem Median. Mehrfamilienhäuser vereinen viele Menschen unter einem Dach: Einfamilienhäuser machen nur gerade 11.3 % der Wohngebäude in Genf und 26.7 % in Zürich aus. Dörfer mit freistehenden Häusern wie Amlikon-Bissegg erreichen 19’571 kWh/Einw., weit über dem Wert von Zürich.

An der Spitze ist das Bild ländlich und oft alpin. Rougemont liegt auf Rang 3 von 1’810, Rheinwald auf Rang 4 von 1’810 und Obergoms auf Rang 5 von 1’810. Wohnungen, die nur zeitweise genutzt werden, machen 61.1 %, 64.5 % und 79.1 % ihres Wohnungsbestands aus. Die Dächer von Zweitwohnungen zählen zum Potenzial, ihre Eigentümerinnen und Eigentümer werden dagegen nicht als Einwohner gezählt. Der Wert pro Einwohner ist daher dort hoch, wo viele Wohnungen nur einen Teil des Jahres genutzt werden.

Die Anlagen folgen nicht den Dächern

Die installierte Leistung zeigt, was gebaut wurde. Photovoltaikleistung pro 1000 Einwohner weist über alle Gemeinden einen Median von 1’134 kW auf, und die Spitzenreiter liegen weit darüber: Liesberg erreicht 6’678 kW, Neuendorf erreicht 5’492 kW und Amlikon-Bissegg erreicht 5’240 kW.

Die Gemeinden mit der meisten Dachfläche pro Einwohner sind nicht immer jene mit den meisten Anlagen. Montagny-près-Yverdon liegt bei der installierten Leistung auf Rang 28 von 1’806, eine starke Position, die zum hohen Potenzial passt, und Ried bei Kerzers auf Rang 10 von 1’806. Drei alpine Gemeinden durchbrechen diesen Zusammenhang: Rougemont liegt auf Rang 824 von 1’806, Rheinwald auf Rang 1’435 von 1’806 und Obergoms auf Rang 1’713 von 1’806, obwohl ihr Potenzial pro Einwohner weit über dem Median liegt.

Die Städte hinken in beiden Punkten hinterher. Bei der installierten Leistung kommt Zürich auf 224.2 kW, Bern auf 331.9 kW und Genf nur auf 85.3 kW, weit unter dem Median. Mittelgrosse ländliche Gemeinden zeigen das andere Ende der Skala: Liesberg kommt auf 6’678 kW, Neuendorf auf 5’492 kW und Amlikon-Bissegg auf 5’240 kW. Landesweit hängen die beiden Ranglisten nur teilweise zusammen, sodass ein vorderer Platz in der einen Tabelle keine Garantie für einen vorderen Platz in der anderen ist.

Photovoltaikleistung pro 1000 Einwohner: 11 Gemeinden im direkten Vergleich

Median aller 1’806 Gemeinden: 1’134 kW

Wo Wärmepumpen vorne liegen

Bei den Wohngebäuden werden im Median aller Gemeinden 13.7 % überwiegend mit einer Wärmepumpe beheizt. Die Spitze der landesweiten Rangliste ist beinahe eine Karte eines einzigen Kantons: Lufingen kommt auf 63.4 %, Aesch auf 59.3 %, und Niederweningen sowie Winkel folgen dicht dahinter. Die fünf höchsten Anteile liegen allesamt im Kanton Zürich.

Grosse Städte teilen sich in zwei Gruppen. Zwei Städte am See zeigen, wie selten Wärmepumpen sein können: Genf kommt auf 1.4 % und Lausanne auf 2.9 %. Winterthur erreicht 19.0 % und St. Gallen erreicht 20.1 %, mehr als beide. In Genf werden 88.8 % der Wohngebäude mit Öl oder Gas beheizt.

Im Median aller Gemeinden werden 53.5 % der Wohngebäude mit Öl oder Gas beheizt, und die Spannweite ist gross. Lavizzara kommt auf 5.4 %, während St. Moritz auf 96.7 % kommt. Dazwischen liegen Bergdörfer mit Holzöfen und Holzkesseln, Städte im Flachland mit Wärmepumpen und einige Orte, die über Fernwärme versorgt werden.

Wärmepumpen als Hauptheizung: die 10 Gemeinden mit den höchsten Werten

Median aller 1’806 Gemeinden: 13.7 %

Holz, Fernwärme und Höhenlage

Holz ist der Brennstoff der Hügelgebiete. Trub setzt bei 82.2 % der Wohngebäude auf Holz, Trachselwald bei 77.1 % und Ochlenberg bei 75.0 %. Diese drei liegen allesamt im Kanton Bern. Der Median aller Gemeinden liegt bei 12.4 %.

Die Höhenlage allein entscheidet nicht. St. Moritz hat eine mittlere Höhe von 2’292 m, doch werden 96.7 % der Wohngebäude mit Öl oder Gas beheizt, der höchste Anteil aller Gemeinden, und nur 0.5 % mit Holz. Bregaglia hat eine mittlere Höhe von 2’217 m und kommt auf 13.1 % mit Öl oder Gas und 43.8 % mit Holz.

Fernwärme ist in den meisten Gemeinden selten, mit einem Median von 1.4 %, doch einige stützen sich bei den meisten Gebäuden darauf: Aire-la-Ville erreicht 78.6 %, Würenlingen erreicht 78.2 % und Böttstein erreicht 65.1 %. Grosse Städte finden sich im oberen Teil der Rangliste, mit Basel auf Rang 14 von 1’806 und Zürich auf Rang 131 von 1’806.

Holzheizungen: die 10 Gemeinden mit den höchsten Werten

Median aller 1’806 Gemeinden: 12.4 %

Wie die Zahlen zu lesen sind

Jeder Indikator beantwortet eine andere Frage. Das Solarpotenzial auf Dächern beschreibt, was die Dächer produzieren könnten, nicht das, was geplant ist. Die installierte Leistung ist die registrierte Leistung der Anlagen, bezogen auf die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner. Deshalb kann eine Gemeinde mit vielen Zweitwohnungen und wenigen Einwohnern tief erscheinen, auch wenn ihre Dächer gut genutzt werden. Die Heizanteile zählen Wohngebäude und nicht Haushalte und zeigen das Hauptheizsystem jedes Gebäudes.

Keine der Zahlen spiegelt die Qualität eines einzelnen Dachs oder Heizkessels wider; sie sind als Porträts ganzer Gemeinden zu lesen. Eine Stadt mit einem bescheidenen Rang bei einer dieser Zahlen kann bei einer anderen dennoch an der Spitze stehen.

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